01. August

Ebenso spät stehen wir auf. Heute wollen wir es uns ganz nach meinem Wahlspruch gut gehen lassen. Zunächst gibt es ein »Brunch«: Erst drei »tibetische Semmeln« (Teig weder gekocht, noch gebacken) und anschließend noch mal Bratkartoffeln. Dann wird mal wieder richtig eingekauft, denn unsere Vorräte (die »guten« Instant-Nudeln) waren komplett aufgebraucht. ES folgt endlich wenigstens mal wieder eine Katzenwäsche im Hotel. In Tibet bekommt man in einem »normalen« Hotel ein kleines Schüsselchen, mit ein bisschen Wasser gefüllt. Wie verschwenderisch wir mit Wasser umgehen, fällt mir so richtig erst in diesen Tagen auf. Als wir endlich – bereits am frühen Nachmittag – losfahren, beginnt schon nach einigen Metern Regen. Also umdrehen und noch mal was essen. Ich habe das besonders nötig, denn Fernando schätzt, dass ich seit Lhasa »mindestens 6-7 kg« verloren habe. Wieder zwei Stunden später geht es dann endlich weiter. Die Straße hat heute besonders starke Bodenwellen, so dass es mit dem Spaß beim Radeln mal wieder nicht weit her ist. Ich versuche nur, mein Hinterrad so gut als möglich zu schonen und tuckere dementsprechend ganz langsam vor mich hin. Bald beginnt aber schon wieder Regen und rundherum ist es überall grau. Dann sehen wir eine einfache übernachtungsmöglichkeit mit einem liebenswürdigen Gastgeber und beschließen sofort, hier zu Abend zu essen und zu schlafen. Leider beginnt mein Durchfall wieder, so dass ich den gemütlichen Abend im »Wohnzimmer« des Tibeters nicht richtig genießen kann.