01. Januar

Nach Abschluss des Feuerwerks setzt sich die Menschenmasse in Bewegung, die meisten gehen »brav« (und langweilig?) nach Hause. Ich auch. Zwei junge Burschen schreien mir noch »Happy new year« zu, kommen hergerannt und wir klatschen uns ab wie nach einem gemeinsam heraus gespielten Torerfolg. Es freut mich, dass mir doch noch jemand alles Gute fürs kommende Jahr wünscht. So früh und stocknüchtern bin ich auch schon lange nicht mehr an Silvester ins Bett. Bis fast am Mittag schlafen. Dann treffe ich die Schweizer. Freut mich riesig, dass das noch klappt. Wir gehen ein bisschen durch die fast ausgestorbene City, schauen länger einem Straßenkünstler zu, der wunderbar sein ganzes Publikum in seine Show mit einzubeziehen versucht. Melbourne hat drei Millionen Einwohner und beherbergt damit ein Sechstel aller Australier! An der weiten Philipp-Bay gelegen, gilt das australische Finanzzentrum als die europäischste Stadt Australiens. Dazu verhalfen die viktorianisch-elegante Architektur, die Straßencafés, Trambahnen, Parks, das üppige Kulturangebot und die Vielfalt der Küche. Einkaufsstraßen und eine Skyline sind auch vorhanden. Am Abend gehen wir zu zehnt (6 Schweizer, sind zur Zeit alle Schweizer in Australien?; 3 Deutsche und ein Engländer) noch in einen Irish Pub (Axel, »Young und Jackson« war leider geschlossen, wir wollten an sich dorthin). Gute Band, die neben irischen Songs auch international bekannte Lieder spielt. Gutes Bier und noch bessere Stimmung. Leider ist Melbourne scheinbar noch besonders britisch-prüde, denn um 2 Uhr soll in der ganzen Stadt keine einzige Lokalität mehr geöffnet sein – und das in einer an sich westlichen 3-Millionen-Stadt! So schauen wir noch mal kurz aufs Dach unseres Backpackers. Aber den Leuten dort ist auch gerade das Bier ausgegangen, auch hier klingt der Tag, besser die Nacht, langsam aus.