02. September

Als ich aufwache, habe ich noch einen leicht schweren Kopf. Ram will mir heute beim Shoppen helfen, damit ich nicht überall die »Touristenpreise« zahlen muss. Ich kaufe mir ein paar typisch tibetische Kleidungsstücke, die ich schon seit Wochen bewundert habe. Preiswert und einfach herrlich! Zusätzlich noch ein bisschen indischen Tee und nepalesische Räucherstäbchen. Letzteres ist vielleicht gut für Leute, die meinen »Giardia-Geruch« aushalten müssen. Dann geht es noch mal ins Krankenhaus. Am Telefon bekam ich die Auskunft, dass das von mir benötigte Labor von 9-16 Uhr geöffnet sei. Das mag ja auch stimmen, aber leider werden nur bis 15 Uhr Bluttests gemacht und Stuhlproben entgegengenommen. Ich komme um 15:02 Uhr. Also zu spät! Ich versuche alles, bitte freundlich, flehe und bettle, erkläre meine Situation, dass dies sehr wichtig sei und ich nur noch bis morgen in Kathmandu bin. ALLES UMSONST! Wenigstens komme ich noch – nach einer Sunde warten, reden und wieder betteln – an all die Unterlagen über die hier an mir gemachten Untersuchungen ran. Ich solle sie kopieren und dann zurückbringen. Jaja! Natürlich. Aber das glaubt ihr doch wohl selbst nicht! Die werden mit nach Bangkok und auch noch weiter mit mir reisen! Vielleicht könnte das noch wichtig sein. Allein schon bei den noch ca. im Monatsrhythmus durchzuführenden Bluttests. Jetzt kann ich zwei Tiroler Bekannte treffen. Sie sind die ersten Bekannten, die ich seit April sehe. Sie sind heute in Kathmandu eingetroffen und werden nun für drei Wochen im Westen Nepals (Dolpo) trekken. Sie haben mir ein paar deutschsprachige Reiseführer für meine nächsten Länder mitgebracht. Zudem zwei österreichische Zeitungen und ein »Familienglas« Nutella. Kann man mir eine größere Freude machen? Danke Vroni und Barbara! Und auch an Christian, der noch ganz kurzfristig in einer Gemeinschaftsaktion die Reiseführer besorgt hat! So geht es am letzten Abend natürlich erst recht noch mal in den »Tiroler Pub«. Mein letzter Abend in Kathmandu. Wieder eine lustige Runde: Vroni, Barbara, Ram, der Norweger Flemming, Fernando und ich. Wieder ein paar Bier, wieder spät.