03. Oktober

Nach nur knapp vier Stunden Schlaf noch vor 6:30 Uhr raus aus den Federn, um beim Morgengrauen schon wieder auf meinem Drahtesel sitzen zu können. Es ist unheimlich kühl. Vielleicht gerade mal 10° C. Richtig angenehm nach Monaten der Hitze. Ich will zwei Teeplantagen anschauen. Die erste (»Blue Valley«) ist noch mal 30 km von Tanah Rata entfernt, am nördlichen »Ende« der Cameron Highlands. Es geht hoch und runter. Aber die Mühen haben sich nur wenig gelohnt. Kaum etwas finde ich hier faszinierend. Zuletzt schlechte Straßen und nur weit auseinander liegende Plantagen. Aber ein paar freundliche Teepflücker. Mit einem von ihnen, Ahahitir, unterhalte ich mich sogar länger, soweit es die Englischkenntnisse zulassen. Weiter zur »Boh Tea Plantage«. Hier habe ich Glück. Die typischen, weitläufigen, an Hügeln angelegten, Teefelder. Dazu eine Teefabrik. Gut riecht es hier. Und ich kann beobachten, wie mit Hilfe von ein paar Maschinen und Arbeitern die Teeproduktion vonstatten geht. Gebäude im Stil englischer Landhäuser, Erdbeeren und Apfelkuchen zeugen von der langen europäischen Einflussnahme. Zurück nach Tanah Rata, noch mal mit Franz zu Mittag essen (mee goreng: Gebratene Nudeln). Ich zeige Franz meine Webseite. Von den Reiseberichten ist er nicht sonderlich angetan. Live von mir erzählt, wäre das doch einiges besser. Es leben die noch folgenden Diavorträge! Während wir vor dem PC sitzen, werde ich von einem Paar angesprochen, ob ich denn derjenige sei, der in Indien an einem Tag 15 Liter getrunken habe? Woher wissen die das nur??? Sie haben Ulli und Christian auf den »Perhentian-Inseln« im Nordosten Westmalaysias getroffen und sind gut über mich informiert. Franz ist bereit, meine in Thailand und Malaysia verschossenen sieben Diafilme sowie ein paar andere von mir nun nicht mehr benötigte Dinge mit nach Europa zu nehmen und dann meinen Eltern zum Entwickeln zu senden. Dafür fährt er sogar extra mit dem Bus die 60 km runter nach Tapah, um alles von mir in Empfang nehmen zu können. Ich bin ihm dankbar. Für mich geht es mit dem Rad wieder runter in die Tropenhitze. Leider hat sich mein Sattel etwas gelockert, so dass ich die Abfahrt nicht richtig genießen kann.