05. Januar

Ausschlafen. Schon wieder völlig untypische Bedingungen für Neuseeland: Kein Regen, absolut kein Wind, keine Berge, stattdessen strahlend blauer Himmel, flach, Hügel nur weit am Horizont zu erkennen. Auf deutsch: Optimale Radlbedingungen, es ist easy zu radeln. Wobei dies doch relativ ist, denn wenn man direkt aus dem europäischen Winter, also kalte Temperaturen gewohnt und mit wenigen Radkilometern in den Beinen, hierher kommt, ist das wahrlich kein Zuckerschlecken. Aber Christian macht das hervorragend, im Flachen können wir sogar schon ein flottes Tempo vorlegen. Urplötzlich geht es dann aber lange bergauf. Die Sonne sticht. Erster Härtetest in Neuseeland. Auf der Abfahrt viel Schotter auf der Straße. Dieser wird einem von den vorbeifahrenden Autos geradezu um die Ohren geschleudert. Gut, dass wir die Sonnenbrillen aufhaben – als Schutz. Wir nähern uns der Touristenhochburg Rotorua. Entsprechend häufen sich die »Touristenattraktionen«, bis hin zu einer »Landwirtschafts-Show«: Man kann den Schafscherern bei der Arbeit zusehen und Schäferhunde in Aktion sehen. Spannend, oder? Erster, schöner Blick auf den nach der Stadt benannten See. Rotorua selbst liegt auf einem Vulkanplateau. Entsprechend gibt es hier heiße Quellen und Geysire. Der Schwefelgeruch liegt über der Stadt. Wir legen einen gemütlichen Abend in einem indischen Restaurant ein. So ein vornehmes Restaurant hatte ich in Indien allerdings nie gesehen. Auch nicht solche Preise. Sogar für den Reis – DAS Grundnahrungsmittel Indiens; zudem selbst für indische Familien preiswert – muss man hier extra zahlen. Aber immerhin schmeckt es wirklich indisch, echt gut. In mir kommen asiatische Erinnerungen auf und nun habe ich ja ein »Opfer« dabei: Christian »muss« sich so manche Story von mir anhören.