05. Oktober

Ausschlafen, Internetshop suchen. Schon wieder sind die hier so freundlich. Warum ist das so anders in Malaysia als in den meisten übrigen Orten auf dieser Welt? Einer spricht sogar ein paar Brocken Deutsch, da er vor Jahren für einige Monate in Deutschland arbeitete. Ins Gästebuch »muss« ich mich auch eintragen, zumal ich erst der dritte Ausländer im Shop hier bin. Sogar Fotos machen sie von mir. Und bevor ich mit Barry zur Weiterfahrt starte, sollen wir doch mit unseren voll bepackten Rädern noch mal hier vorbeischauen. Machen wir doch gerne. Start zur Stadtbesichtigung. Ich spaziere v. a. durch Chinatown sowie das indische Viertel, da hier die kulturell interessantesten Orte der Stadt anzutreffen sind. Besonders beeindrucken mich das im kombinierten »englisch-muslimischen« Stil gehaltene »Sultan Abdul Samad Building« und die »Masjid Jamek« (Moschee). Beide Gebäude wirken inmitten der Straßenschluchten und Wolkenkratzer exotisch. Architektonisch interessant finde ich v. a. noch, dass es einige Häuser im Jugendstil gibt. Erinnerungen an österreich. Wesentlich auffälliger sind aber die meist sehr modernen Hochhäuser, oft Glasbauten. Banken sowie riesige und luxuriöse Kaufhäuser sind hier beheimatet. Wie in den meisten westlichen Großstädten eben auch. Ansonsten wird das Straßenbild noch von unzähligen Geschäften, Restaurants (viel Fastfood) und großen Märkten (z. B. Central Market, Nachtmarkt etc.) geprägt. Viel Leben und typisch großstädtisch: Geschäftig und oft unpersönlich. Sauber ist die Stadt. Und richtige »Armenviertel« fallen mir auch außerhalb des Stadtkerns nicht auf. Auch in der Hauptstadt des »islamischen Gottesstaates« Malaysia scheinen Hindus, Christen und Muslime friedlich miteinander zu leben. Alle haben ihre Gotteshäuser. Am Abend bekommt die Stadt noch mal ein ganz anderes, sehr interessantes Flair: Manche Gebäude werden bestrahlt, in vielen Hochhäusern brennt das Licht ihrer Bewohner. Natürlich überall auch Leuchtreklamen.