07. Juni

Ali will mir seine Freunde vorstellen. Es sind immer noch bzw. wieder die, mit denen er auch schon aufgewachsen ist. Hier kann ich auch endlich mal wieder in der Heimat anrufen, was notwendig ist, v. a. da sie ja meinen, dass ich schon in Indien sei. Wieder treffen wir Machmut in seinem Auto an. Er zeigt uns den ehemaligen riesigen Schahpalast, der nun in eine Freizeitanlage umgewandelt ist. So ist das mit den Herrschern in der Welt: Heute werden sie verehrt, morgen werden sie vertrieben und gehasst. So wird es wohl eines Tages auch Khomenii ergehen, auch wenn dies heute noch kaum vorstellbar ist. Danach fahren wir noch zum Hilton-Hotel, wo Machmut früher als Manager tätig war. Hier der Glanz vieler Schmuckstücke, ein paar m entfernt das Elend mancher Menschen auf der Straße. Anschließend gibt Machmut noch ein Essen aus – für meinen Abschied ist ihm nichts zu aufwendig. Dabei war ich zu Beginn ihm gegenüber sehr kritisch eingestellt. Aber inzwischen habe ich gemerkt, dass er ein sehr herzlicher Mensch ist. Und ein Lebenskünstler, eben ein bisschen gegen den Strom im Iran. Am Nachmittag besuchen wir noch eine große Moschee. Allerdings darf ich nicht innen rein. Am Abend herrscht richtige Abschiedsstimmung im Hause Salari. Ich danke Euch! Ihr habt mir eine schöne Woche beschert! In den Nachrichten höre ich erneut von der extremen Hitzewelle in Dehli, dass bei Temperaturen bis 49° C schon über 2500 Menschen an der Hitze gestorben seien. Wie soll das nur bei mir werden? Mehr als 37° C habe ich noch nie erlebt. Eines ist gewiss: Die nächsten Abenteuer kommen gewiss!