10. Oktober

Spät ins Bett, wieder mal Moskitos. Schlafe dann aber doch noch ein. Am Morgen Verabschiedung von Barry. Wieder allein. Viel Verkehr, immer wärmer. In den Pausen gehe ich z. T. total verschwitzt in vollklimatisierte Supermärkte. Danach wieder in die Backofenhitze. Mein Hals beginnt zu kratzen. Auf dem Rad läuft bei mir das Wasser. Oben – zum Mund – rein, am ganzen Körper als Schweiß wieder raus. In der Mittagshitze wird es mir zu extrem: Rein in einen (klimatisierten) Einkaufstempel. Mein Rad wird von der Security bewacht. Ich esse gemütlich, kaufe genügend Getränke ein und nutze das Internet. Einige lachen – über meine hier wohl wirklich unpassenden Radklamotten. Weiter in der Hitze. Als am Abend die Sonne tiefer sinkt, bekommt das Leben wieder mehr Qualität. Die freundlichen Rufe der Einheimischen sind mir nun keine Last mehr, sondern ich beantworte sie wieder mit Freude – lächeln, winken. Auch die Landschaft nehme ich wieder richtig wahr: Unzählige, kilometerlange ölbaum – und Kautschukplantagen (optisch durchaus auch reizvoll, ökologisch aber weniger wertvoll; vor ein paar Jahren herrschte hier noch das üppige Grün des Regenwaldes vor.), mehr oder weniger geschäftige (Klein- )Städte sowie Märkte und Shops liegen am Weg. Viele malerische Flüsse mit idyllisch anmutenden Fischerbooten sind zu überqueren. Mal wieder pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit erreiche ich mein heutiges Etappenziel, Pontian Kechil. Gleich ein Hotelzimmer gefunden. Die Preise sind nun eben wieder doppelt so hoch, ich kann mir nichts mehr mit Barry teilen. Abendessen. Müde. Mir fehlt das allabendliche Gespräch mit Barry, in dem wir uns entweder über die gemeinsam zurückgelegte Etappe gefreut haben oder unsere Erfahrungen über den Tag austauschten.