13. Dezember

Ein Kommen und Gehen hier. Für die »normalen« Reisenden ist Coober Pedy nur ein kleines Städtchen, eine Durchgangsstation. Für mich ist es aber die einzige Stadt auf über 1200 km, mit allen Annehmlichkeiten. Die norddeutschen Landwirte Hermann und Henning verabschieden sich in Richtung Uluru. Aber gleich darauf komme ich mit zwei Brasilianern ins Gespräch. Sie wollen in Australien noch ein Aufbaustudium machen, reisen zuvor aber noch durchs Land, um erste Eindrücke darüber zu gewinnen. Herrlich erfrischende Typen. Schnell verstehen wir uns blendend, wir liegen auf einer Wellenlänge. Bei den beiden heutigen Versuchen, ins Internet zu kommen, bleibt wieder nur der Frust: weiterhin »tote« Telefonleitung und damit keine Verbindung. Zur »Entschädigung« gibt es mit den Brasilianern je ein Bier. Dann müssen aber auch sie weiter, natürlich auch zum Uluru. Traurig. Denn in wenigen Stunden waren wir fast Kumpels geworden. Aber in Neuseeland wollen wir uns vielleicht eh noch mal treffen. ärger mit der Putzfrau, die mich aus dem Zimmer ausweisen will. Ich war aber ausdrücklich auch für heute in dieses Zimmer eingewiesen und weise sie darauf (noch) freundlich hin. Sie aber schreit mich gleich an. Als es mir zuviel wird, schreie ich zurück. Auf beiden Seiten bleiben Frustrationen zurück. Hast doch nicht viel in Asien gelernt, oder Christoph? Eine große Reisegruppe trifft ein, mit einem Schlag ist das 20-Betten-Zimmer fast wieder voll. Nur die »Besatzung« hat gewechselt. Mit zwei Stuttgarterinnen (ein Schluck – s. »Subjekt« auf »Merkzettel« – auf Eure »Ankunft« im Internet! Wo bleibt Euere Email?) und fünf Schweizern gibt es bei einigen Bieren eine lustige Stimmung. Und wieder wird es immer später. Zigaretten kommen dazu. In der weit fortgeschrittenen Nacht kommen wir drei »letzten Mohikaner« (Maren und Mark sowie natürlich ich; welchen aufmerksamen Leser meiner Reiseberichte wundert das noch???) auf die Idee, nun noch den Aussichtsberg von Coober Pedy zu besteigen. Auf dem Weg dorthin kommt uns ein älterer, aber nach wie vor jugendlich wirkender, Motorradfahrer vorbei. Er stoppt und wir unterhalten uns. Er hält noch zwei weitere Autos an, mit all diesen Leuten stehen wir noch länger zusammen. Die Anderen haben sogar alle ihr Bier sowie etwas zu rauchen dabei. Das wird nun ausgepackt und »verteilt«. »Abgefahrene« und interessante Gestalten. Eigentlich eine verrückte Situation, denn es ist bereits halb fünf, wir kennen uns überhaupt nicht und machen am Rande eines staubigen Dörfchens mitten in der dunklen Nacht »Party«. Dann geht es noch auf den Hügel, der Sonnenaufgang ist allerdings wegen des stark bewölkten Himmels nicht der Hit.