13. Juni

Bereits um 5:00 bin ich endgültig wach. Etwas trinken und losfahren. Es ist zwar schon wieder (noch immer!) warm, aber noch erträglich. Auch der Verkehr ist noch nicht ganz so extrem. Aber bald wird es noch schlimmer als gestern. Ich packe meine Sandalen aus. Aber das hilft auch nicht viel. Ich trinke und trinke. 15 Liter (u. a. 32 Fläschchen »Mirinda«), aber dennoch bin ich dehydriert. Aber ich muss weiter. 210 km heute. Denn erst dann gibt es wieder eine Bahn und für den Abend ein Hotelbett. Lange Mittagspause in einem kleinen Straßencafé. Hier verstehen sie sogar ein bisschen Englisch. Und sie merken mir auch an, dass ich Ruhe brauche. So bekomme ich ein Bett für einen Mittagsschlaf hergerichtet. Dann weiter: Ich sehe sieben (!) noch »brandaktuelle« Unfallstellen. Dieser Verkehr, diese Hitze (43° C im Schatten; es zeigt sich aber keine Wolke), ich schwöre mir, so schnell als möglich Indien in Richtung kühleren Himalaya zu verlassen. Ich konzentriere mich nur noch auf mich. Die rufenden Leute, die (penetranten) Radfahrer, die mich überholen, sich dann wieder zurückfallen lassen, um mich dann wieder zu überholen etc., all das bekomme ich nur noch am Rande mit. Am Abend erreiche ich mein Ziel Kanpur. Das erste Hotel nehme ich. Aber auch das Zimmer ist heiß, das Schwitzen hat kein Ende. Die Leute hier besorgen mir Mineralwasser, was hier gar nicht so einfach ist, da die meisten Leute das Leitungswasser trinken. Aber für meinen Magen wäre das wohl nicht der Hit.