13. September

Ich schlafe lange und fahre so erst um die Mittagszeit los. Hua kommt in den Blick. Von weitem sieht man große Bungalow-Anlagen und erstklassige Hotels, aber auch Hochhäuser. Dies alles kündet davon, dass es sich hier nicht um einen typischen thailändischen Ort handelt. Seit 1917 residiert der jeweilige König im Sommer hier, international wurde das inzwischen 30 000 Einwohner umfassende Städtchen durch das Railway Hotel bekannt, im Film »Killing Fields« als Hotel Le Phnom. Und da der jetzige, seit 1946 herrschende, König Bhumipol bei fast allen Thais sehr beliebt ist, baden sie halt gerne da, wo es auch ihr König zu tun pflegt, obwohl es in Thailand viel schönere Strände geben soll. Ich sehe einen »Pizza Hut« – rein geht‹s. Seit Tibet will mein Magen lieber Junk-Food als die einheimische Kost. Schade, langsam sollte ich das wieder ändern, denn das landestypische Essen ist viel interessanter, gesünder und oft auch schmackhafter. In diesen westlichen »Futtertempeln« hält sich in Asien immer die gleiche »Sorte Mensch« auf, nämlich die der so genannten »besseren Leute«, die der Aufstrebenden, die ALLE Chancen nutzen und dafür auch viele alte Traditionen des Landes aufzugeben bereit zu sein scheinen. Nebenan ist ein Internetshop. Kurze Message nach Europa und dann kann ich zu meiner Freude noch im RHEINPFALZ-online-Nachrichtendienst sehen, dass der FCK die Berliner Hertha nach 1:3 Rückstand mit dem wieder gewonnenen Kampfgeist doch noch mit 4:3 niedergekämpft und sich damit auch wieder in der Spitzengruppe der Bundesliga festgesetzt hat. Toll! Nach weiteren 25 km beginnt wieder Regen. Da es in eineinhalb Stunden schon wieder dämmern wird und ich mich zudem gerade in einer Stadt befinde, nehme ich gleich das nächste Hotel. Wieder preiswert und gut. Da am Abend hier sogar schon gegen 20 Uhr überhaupt nichts mehr los ist, lese ich noch in meinem Reiseführer, bevor ich in den wohlverdienten tiefen Schlaf sinke.