20. Juni

In nepalesischen Hotels ist es fast die ganze Nacht über laut. Noch sehr spät und auch schon wieder sehr früh. Heute ist Samstag, das ist in Nepal »unser« Sonntag. Vor kurzem war es der Freitag. Beständig ist der Wechsel. Zusammen mit Joon melde ich mich für einen viertägigen Meditationskurs im »Himalayan Buddhism Meditation Center« an. Für den 27.06. buche ich einen Flug von Kathmandu nach Lhasa. Mein Visum scheint gültig. Probleme solle es keine geben. Nach dem wieder typisch nepalesischen Mittagessen (Suppe; Reis mit z. T. scharfen Saucen sowie Salat; Milchreis; dazu Tee mit Milch; das alles für ca. drei bis vier DM) sehe ich einen Mann auf einem Liegerad. Das muss der Holländer Wout sein. Tatsächlich! Er ist begeistert von der Idee, gemeinsam zu fahren. Er flog letzten November nach Abschluss seines Studiums nach Istanbul, um von dort mit dem Rad bis Tibet zufahren. Das wird das Ende seiner Reise sein. Da wir ungefähr dieselben Vorstellungen haben, vereinbaren wir, es gemeinsam in Tibet zu versuchen. Am Abend »versuche« ich noch mal eine für mich geeignete Kneipe/Disco zu finden. Eine ist ganz gut, doch immer, wenn sie Musik spielen, die mir gefällt, wenden sich alle anderen ab. Hier ist halt Rap und höchstens noch Dance angesagt. So trinke ich auch heute kein Bier, mein letzter Schluck Alkohol ist schon vor genau einem Monat gewesen. Auf dem Heimweg noch eine nachdenkliche Szene: Da in der Kneipe haben sie sich noch vergnügt und vollaufen lassen, hier auf der Straße schlafen viele wieder ohne irgendeine Unterlage.