23. Januar

Früh aufstehen, den großen Rest meines 41. und 42. Reiseberichts schreiben. Danach stehen noch 178 km nach Te Anau, dem Ausgangspunkt des von uns geplanten Kepler-Tracks, auf dem Programm. Christian fährt bereits am Vormittag los, ich sitze aber bis weit nach 13 Uhr am PC. Umziehen, zusammenpacken, die meisten Gepäcktaschen Maren und Nanna in ihren Bus mitgeben und bei McDonalds noch schnell zwei große »Big-Mac-Menüs« verdrücken. Dabei treffe ich noch die zwei Frankfurter Radler, die uns schon mal auf der Nordinsel begegnet waren und die nun kurz vor dem Abschluss ihrer Reise stehen. Kurz später läuft mir noch ein gerade vor drei Tagen schon einmal getroffener ruhiger und darum umso interessanterer Schwarzwälder Radler über den Weg. Er verschluckt sich fast an seinem Burger, als ich ihm erzähle, wo ich heute noch hin will. Um halb drei geht’s dann los. Nun fällt mir auf, was ich vergessen habe (und Maren und Nanna nun im Bus mit transportieren): Die Expander zum Befestigen des Rucksacks (den ziehe ich dann eben auf), Beleuchtung für die zu erwartende Dunkelheit am Ende dieser Etappe sowie irgendein Behältnis für Wasser. Nach 46 km kommt aber ein kleiner Ort, in dem ich mir was zu trinken besorgen kann. Der Wind frischt auf, kommt mal wieder genau von vorne. Als ob dieser Abschnitt nicht schon schwer genug wäre. Mir kommen die Busse entgegen. Sie sind wohl alle auf der Rückfahrt vom Tagesausflug in den Milford Sound. Die Gegend finde ich spannender als im Reiseführer beschrieben. Erst wieder entlang eines von Bergen »eingezäunten« Sees, dann meist in Tälern mit den inzwischen vertrauten schroffen, kargen und in allen möglichen Gelb-, Rot- und Brauntönen erscheinenden Bergen. Nach 100 km dreht der Wind, kommt nun erst von der Seite, später gar von hinten. Es rollt gigantisch, seit Monaten scheine ich nun endlich mal wieder in gewohnte Radlerform zu kommen. Das macht Spaß und verleiht mir Euphorie, mit der ich es sogar noch vor der Dunkelheit nach Te Anau schaffe. 178 nicht immer leichte km – mit Pausen – in gut sieben Stunden. Für einen Tourenradler wahrlich nicht schlecht. Die Anderen meiner »Reisegruppe« finde ich gleich in der Jugendherberge. Christian erging es ebenfalls blendend beim Radeln. Kurz planen wir noch unseren morgigen Trackbeginn. Der Kühlschrank ist bereits am Bersten mit all unseren Vorräten, die Nanna und Maren heute noch für unseren dreitägigen Track besorgt haben.