27. Dezember

Lange und tief geschlafen. 9 Uhr los. Mein Hinterrad eiert, aber es ist keine Speiche gebrochen. Vielleicht ein Höhenschlag? Radgeschäfte haben aber in den nächsten zwei Tagen nirgendwo geöffnet. Gegenwind. Was sonst? Wie letztes Jahr zwischen Zaragoza und Berlin bräuchte ich mich eigentlich nie nach der Richtung erkundigen. Solange der Wind auf die Nase weht, bin ich richtig. Viel Verkehr, kein richtiger Seitensteifen. V. a. bei den Trucks muss ich aufpassen, denn deren Windsog »mischt« sich für 2-3 Sekunden mit dem natürlichen« Wind und stellt mich das eine oder andere Mal vor Balanceproben. Wieder endlose Getreidefelder. Kühl ist es, die Windjacke, die heute flatternd ihrem Namen alle Ehre macht, ist notwendig. Welch Unterschied zur nur gut 1000 km weiter nördlich herrschenden Backofenhitze! Hart ist es – wieder einmal. Wieder zuckle ich nur übers Land. Aber aus dem Wüsten- scheint sich langsam ein »Windfuchs« zu entwickeln. Es gilt mal wieder nach der Devise »einfach weiterfahren und nicht lamentieren «zu handeln. Leicht gesagt, schwer umzusetzen. So geht der Tag mehr oder weniger ereignislos dahin, bei Einbruch der Dunkelheit habe ich auch bei diesen Bedingungen noch 203 km gefahren und bin in Bordertown. Ein größeres Dorf am Duke-Highway, der auch nur Dörfer und einige kleine Städte zu beherbergen scheint. Zum ersten Mal seit langem ärgere ich mich mal wieder über die Preise. Die Campinglätze scheinen in der Hauptsaison als Goldgruben benutzt zu werden – schamlos werden die Preise ca. verdreifacht. Auf den Campingplätzen anscheinend überall in der Welt die gleiche Art Spezies. Alle scheinen sie das Gefühl zu haben, sehr naturverbunden zu sein. überall laufen sie selbst in der Kälte mit kurzer Hose und höchstens einem Trägerhemdchen umher, wobei das obligatorische Handtuch nicht vergessen werden darf.