28. Januar

In der Früh fahren wir mit dem Bus die 120 km gen Norden zum weltberühmten Milford-Sound. Wir vier sind in dem Kleinbus alleine mit dem Busfahrer. Und dieser Busfahrer ist der herzlichste Mensch, dem ich seit dem Verlassen Asiens begegnet bin: Obwohl er erst um 6 Uhr erfahren hatte, dass er für einen Kollegen einspringen und damit seinen Ruhetag opfern muss, wirkt er ausgeglichen, gut gelaunt, hilfsbereit, interessiert, fröhlich und freundlich. Einfach toll, so etwas auch mal wieder im »Westen« erleben zu dürfen. Bootsfahrt im Milford-Sound. Ein Fjord, an dessen Rändern die zeitweise kargen, dann wieder dicht bewaldeten Berge bis zu 2000 m abfallen. Atemberaubende Wasserfälle. Robben – lustig ihnen zuzuschauen. Sie räkeln und kratzen sich oder liegen mit ausgestrecktem Bauch anscheinend genießerisch in der Sonne. Das Wetter spielt auch wieder mit, der Auslöser der Kamera wird mal wieder richtig häufig bedient. Rückfahrt nach Te Anau – für Christian und mich mit dem Rad. Gleich 18 km und 920 Höhenmeter rauf. In der Mittagssonne eine schweißtreibende Angelegenheit. Aber bei dieser herrlichen Natur dennoch eine schöne Sache. Kurz vor der Höhe geht es durch den bei Radlern so gefürchteten 1,27 km langen »Homer-Tunnel«. Wir haben aber Glück, der Verkehr hält sich in diesen Minuten in Grenzen. Danach verliert die Landschaft ihre Spektakularität mehr und mehr. Häufig geht es durch Wälder. Wieder Gegenwind, langsam habe ich genug davon. Kühl wird es auch noch. Darum sind wir froh, am Abend wieder Te Anau erreicht zu haben.