Auf dem Balkan – 19.09.2016

Mit etlichen Schnakenstichen schon um 1:20 Uhr aufgewacht! Nicht mehr tief eingeschlafen. Um 3:45 Uhr frühstücke ich, um 4:30 Uhr geht schon mein Zug. In Ljubljana kann ich mir etwas zu essen besorgen: sowohl das Wallnuss-Vollkornbrot als auch das Schoko-Croissant schmecken ausgezeichnet.

Die Wolken hängen sehr tief, die mich umgebenden Berge und Hügel sind daher kaum zu erkennen. Mir fällt auf, dass es hier noch an jedem kleinen Bahnhof einen eigenen Wärter zu geben scheint. Bald beginnt es zu regnen, immer stärker. Um 9:34 bin ich am letzten slowenischen Bahnhof (Metlika), kurz vor der Grenze nach Kroatien. Ziehe meine Socken aus (nasse Socken kühlen noch) und fahre bei 15 Grad und Dauerregen los. Wärmer wird es auch den ganzen Tag nicht werden und der Regen wird auch frühestens am Abend aufhören. Habe mich aber darauf eingestellt. Über die Grenze nach Kroatien. Die kommenden knapp 140km bis Bihac bin ich letzten Herbst genau so schon einmal gefahren, von daher kenne ich die Strecke: hügelig, bis Karlovac recht wenig Autoverkehr. Ab Karlovac viel los, v.a. bis zu den „Plitzwitzer Seen“ (wo die Winnetou-Filme gedreht wurden). Bekomme Hunger, gehe in eine Bäckerei („Pekara“) und bin total erleichtert, dass ich mit € (0,80 € für ein Brot) zahlen kann. Der Regen ist nun richtig stark, die Pfützen größer und tiefer, das Spitzwasser von den Autos und LKW wird immer mehr. Ich bin nun durchgeweicht und mir wird entsprechend kälter. Mache daher keine langen Pausen, nur an der Grenze nach Bosnien-Herzegowina muss ich eine Weile warten. Komme bald nach Bihac, dort muss ich nun unsere Unterkunft (etwas außerhalb der Stadt gelegen) suchen. Meine KollegInnen, mit denen ich nun zwei Tage gemeinsam unterwegs sein werde, sind noch nicht da. Sie sind heute am Morgen von Frankfurt bzw. von München (Kollege von Renovabis) nach Zagreb geflogen und von dort nun mit einem Mietauto hierher unterwegs. Nach dem Duschen und nasse Klamotten zum Trocknen aufhängen kann ich mich noch ins Bett legen und aufwärmen. Dann kommen die vier KollegInnen und wir fahren gleich zu unserem ersten Termin, dem Besuch einer von der Kath. Kirche getragenen Schule.

Die Ergebnisse zum Bergrennen gibt es hier: www.crono.bolzano.it (Risultati gare – Classifiche/Ergebnisse)

Wir besuchen in Bihac (55.000 Einwohnende, davon nur rund 3000 Christenmenschen) die Kath. Schule, eine sogenannte „Schule für Europa“. Sie wurde vor 10 Jahren mit tatkräftiger Unterstützung des damaligen muslimischen Bürgermeisters gegründet. Es gibt einen Kindergarten, eine Grund- und Volksschule, einen kleinen gymnasialen Zweig und einen Pflegeschule. Insgesamt rund 600 SchülerInnen, wovon nur 100 katholisch und 500 muslimisch sind. Gemeinsam mit dem Schulleiter entwickeln wir Ideen für mögliche künftige Kooperationen, die wir bald mit Einrichtungen in unserem Bistum ausloten werden. Wir bekommen noch eine Stadtführung. Gemeinsames Abendessen. Trinke 3 Bier (schon seit Jahren nicht mehr so viel Alkohol getrunken), dazu einen obligatorischen Schnaps. Aber auch eine wunderbare Gemüseplatte und viel – gegrilltes – Brot.