Durch Slowenien

Von Kranjska Gora ginge es direkt auf den höchsten Straßenpass Sloweniens, den Vrsic-Pass auf 1611 m, im Triglav-NP gelegen. Leider biegt diese Straße dann allerdings weit in den Südwesten ab, wir müssten einen riesigen Umweg machen. Zudem ist es am Morgen selbst bei uns im Tal nur 0 Grad. Von daher fahren wir nur entlang der Sava Richtung Südost. Spektakuläre Impressionen ergeben sich uns: hohe Berge, von Wolken teilweise noch umhüllt, werden von der aufgehenden Sonne angestrahlt. Die Straße ist auch jetzt am Morgen schon viel befahren. Wir kommen immer tiefer, es wird immer milder. Die Sonne strahlt, wir können die echten Winterklamotten mehr und mehr ausziehen. Wollten Ljubljana ganz umfahren, geraten dann aber doch an dessen Stadtrand. Viel Verkehr. Halten uns wieder an die Sava. Dort lässt der Verkehr überraschend bald nach. Es rollt gut bei uns: Friedrich fährt in einem wunderbaren Tempo viel im Wind. Es ist durchaus schön an der Sava, aber nach einer Mittagspause in einem Cafe und an einem Supermarkt entscheiden wir uns, den Fluss zu verlassen und über kleinere Landstraßen weiter Richtung Südwesten zu fahren. Es geht durch eine Mittelgebirgslandschaft, auf und ab. Nachmittags können wir zum ersten Mal auf unserer Tour sogar mal die Handschuhe ausziehen. Irgendwann (nach Mirna) sind wir uns nicht mehr sicher, ob wir noch in der richtigen Richtung unterwegs sind. Anhand der Sonne können wir uns aber grob orientieren – und finden wir auf die Straße nach Novo Mesto zurück. Dort kaufen wir noch einmal groß ein, denn in Kroatien gibt es keinen Euro mehr. Leider kann ich die Leute auf der Straße und in Geschäften nicht in ihrer Landessprache ansprechen, habe vor der Abreise ganz vergessen, mir wenigsten die wichtigsten Worte wie „Guten Tag“, „Auf Wiedersehen“, „Danke“, „Bitte“ zu merken. Merke, wie ich deshalb gerade am Beginn einer Konversation unsicher bin und diese zentralen Worte in einem Mischmasch von allen möglichen (aber nicht den hier passenden) Sprachen ausspreche.

Es geht noch einmal über einen Pass (Vahta – 616 m). Unsere Stimmung ist gut. Wenn ich Friedrich auf dem Rad frage, wie es ihm geht, bekomme ich meist die Antwort „tip-top!“. Prima, so flutscht es natürlich. Friedrich hat kleinere Probleme mit der Befestigung seiner Tasche an der Sattelstütze. Gerade wenn er aus dem Sattel geht, wackelt die Tasche doch bedenklich. Wir fahren heute viel Windschatten, Friedrich fährt dabei mehr im Wind als ich. Wir haben uns als Team prima eingespielt.

Dann bei Metlika der Grenzübergang nach Kroatien. Auf beiden Seiten werden wir kontrolliert, die Schengen-Außengrenze scheint erreicht. Nach ein paar weiteren Hügeln erreichen wir nach Sonnenuntergang Karlovac. Finden dort einigermassen schnell ein Hotel. Gehen noch eine (gute!) Pizza essen.

Friedrich bekommt von seiner Freundin die Mitteilung, dass zwischen Kroatien und Slowenien wegen der „Flüchtlingskrise“ keine Züge fahren würden. Es scheint also fraglich, ob er in Zagreb morgen den geplanten Zug nehmen kann. Friedrich nimmt das aber entspannt.