10. April (Karfreitag; in Italien kein Feiertag)

Langsam verlassen wir das Etschtal, das uns mit seiner faszinierenden Bergwelt und den im Tal gerade blühenden Obstplantagen landschaftlich sehr verwöhnt hat. Damit überschreiten wir auch den Schwarzbrot- und Sitzkloäquator. Auf einer Weltumradelung ist manches gewöhnungsbedürftig.

Nun befinden wir uns in der Poebene, die außer Don Camillo und Peppone für uns nicht viel zu bieten hat. Es ist völlig flach, bis zum Horizont ist keine Erhebung sichtbar. Ab und zu riecht man, dass es hier mehr als sonst wo Industrie gibt. Als einzige Abwechslung bieten sich uns einige Pappelalleen sowie nicht besonders aufregende Dörfer an.

In Verona verringert sich unsere Truppe. Wie verabredet, fahren zwei Mitstreiter zurück zum Studium nach Wien. Beide wollen mich im weiteren Verlauf meiner Tour eventuell nochmals länger begleiten, was mich sehr freuen würde.

Nun begleitet mich nur noch ein Tiroler Freund, Gerhard. In dieser Konstellation wollen wir noch bis Izmir fahren. Weiterhin ist es sehr kühl und es beginnt schon wieder zu regnen.

Darum machen wir erst mal eine längere Cappuccinopause, doch als es pausenlos weiterregnet, beschließen wir, trotz Regen weiterzufahren. Doch am Abend sind wir vom Regen so genervt, dass wir direkt auf dem Parkplatz eines Supermarktes unser Zelt aufschlagen.