16. Juli

Da ich nun doch Zeit habe, zum Everest-Base-Camp zu gehen, muss ich mein zu kurz datiertes Visum sowie die dazugehörende »Permit« verlängern lassen. Das bedeutet, dass ich der ungeliebten »PSB« einen weiteren Besuch abstatten »darf«. Aber alles geht problemlos über die Bühne. Zusätzlich brauche ich nun mehr Geld, aber ich kann nur noch meinen letzten Travellerscheck einlösen. Auf mehr als umgerechnet 180 DM für die nächsten zweieinhalb Wochen komme ich aber beim besten Willen nicht. Die Devise lautet also sparen und noch mal sparen. Zunächst aber muss ich noch mal kräftig investieren: Mein für den 25.07. geplanter Flug nach Bangkok muss ich im Kathmanduer Reisebüro stornieren. Und ein Telefonat in das Nachbarland Nepal ist fast genauso teuer wie eines nach Europa! So habe ich nach dem Telefonat noch 160 DM. Am Nachmittag kommen wir dann – nach zwei Tagen in Xigaze – endlich los. direkt hinter der Stadt ist der Asphalt endgültig vorbei. Das wird sich auf den nächsten gut 500 km auch kaum ändern. Aber zumindest ist die Schotterpiste zunächst besser als erwartet. Nur die vielen Bodenwellen sowie die zeitweiligen tiefen Pfützen und Bäche stören. Wir erklimmen den ersten Pass, der uns aber nur ca. 300 m höher auf 4200 m führt. Oben genießen wir das Panorama. Das Verkehrsaufkommen bleibt gering. Neben den Trucks gibt es hier noch Landcruiser sowie Esel- und Ochsenkarren. Wir sehen viele freundlich lächelnde und grüßende Tibeter, immer wieder auch umherziehende Nomaden. Am Abend kommt Regen auf, einige km später kehren wir dann in ein Truck-«Hotel« ein. Diese sind alle sehr spartanisch eingerichtet. Normalerweise ein paar Betten, nicht gerade von höchster und auch nicht sauberster Qualität sowie ein bisschen heißes Wasser (zum Trinken) sowie ein Schüsselchen Wasser zum Hände und Gesicht waschen. Aber hier haben wir großes Glück, denn wir können sogar ein Abendessen ergattern, bei dem uns die Angestellten alle zuschauen und über uns lachen, da wir uns so »deppert« bei dem Umgang mit den Stäbchen anstellen. Aber bei Reis ist das auch nicht gerade einfach. Dafür gibt es hier keine Betten, wir haben auf dem betonierten Fußboden zu schlafen. Bei allem werden wir genau inspiziert, auch wie wir unsere Nachtlager aufschlagen. Jeder von ihnen muss mal auf unseren »hypermodernen« Luftmatratzen Probe liegen.