25. Juli

Mein erster intensiver Traum seit längerem: Ich träume von den Kumpels zu Hause, die mich bei der Durchführung meiner Welttour so großartig unterstützen. Als ich um 8:15 Uhr aufwache, ist Fernando bereits weg. Unser Teamgeist scheint endgültig im Eimer. Bestenfalls scheinen wir drei Individualisten, die sich zu einer Zweckgemeinschaft zusammengefunden haben. Kurz nachdem auch Martin gestartet ist, kommt ein Tibeter, der ein bisschen Englisch kann. Er setzt sich zu mir, bietet mir sein Essen an, das ich mit Rücksicht auf meinen Magen leider ablehnen »muss«. Aber immerhin »wandern« wir eine Stunde zusammen. Nach weiteren eineinhalb Stunden »Schiebens« erreiche ich das auf 4980 m gelegene Kloster Rongbuk, Ziel aller Landcruiser-Touristen, die hierher gekarrt werden, um von hier aus die letzten 8 km zum Everest-Base-Camp mit eigener Muskelkraft zurückzulegen. Hier treffen neben Martin noch Engländer, Dänen, Holländer und ein elsässisches Ehepaar, mit denen ich mich Deutsch unterhalte. Sie haben Fernando »hoch eilen« sehen. Zudem hören wir von Wout, dem wir noch eine Packung Müsli mit zum Base-Camp bringen sollen. Dann beginnen für Martin und mich die letzten 8 km der Schinderei, einen ca. 40 kg schweren Packesel durch Flüsse, über eine Unmenge großer Steine und manche steile Rampe hochzumanövrieren. Am Nachmittag erreichen wir das Everest-Base-Camp (5150 m). Eine große chinesische Expedition ist hier. Daneben eine kleinere englische sowie unsere »Freunde« von Lhatse, die kanadisch- französische Expedition. Die chinesische Expedition hat noch ein zweites großes Zelt im Camp II, von wo aus eine Wand (ca. 7000 m) bestiegen werden soll. Die zwei kleineren Expeditionen wollen ebenso wie wir bis zu Camp III, dem höchsten möglichen Trekkingpunkt auf der Erde, den man also ohne spezielle Kletterausrüstung besteigen kann. Fernando – so hören wir – sei unaufhaltsam bereits in Richtung Camp I unterwegs. Den Rucksack, den wir vor ein paar Tagen gemeinsam gekauft haben und den wir uns teilen wollten, hat er natürlich auch mitgenommen. Martin und ich beschließen, gemeinsam den Weg zu Camp III zu versuchen. Wir sortieren alles aus, was wir nicht brauchen. und deponieren es indem hiesigen Haus. Das sei »kein Problem«. Klar! Aber hier erhalten wir auch die Info, dass es uns nur gestattet ist, bis auf 5500 m aufzusteigen. Ansonsten müssten wir wohl den fünfstelligen Betrag zur Besteigung des Everest zahlen. Dies chinesischen Restriktionen. Nach dem üblichen Instant-Nudeln-Abendmahl begeben wir uns zu Bett.