Anreise

Liebe RadsportfreundInnen,

was in den Ostalpen der „Ötztaler“, ist im Westen unseres höchsten zentraleuropäischen Gebirges der „Granfondo La Marmotte“: ein Radmarathon über die berühmten Berge Glandon, Telegraphe/Galibier und zum Schluss hinauf nach L`Alpe d`Huez. Diese 174km werden mit 5000 Hm gewürzt. Für mich ist das Rennen besonders interessant, da die erste Abfahrt vom Glandon aufgrund ihrer Schwierigkeiten aus der Wertung fällt.

Bin nicht optimal vorbereitet, denn mir fehlen noch einige lange Trainingseinheiten: außer in Norwegen habe ich nur 6 Tage vor dem Rennen mit 12 aufeinander folgenden Kalmitauffahrten (135km mit gut 4500 Hm) eine richtig lange Trainingseinheit gemacht. Dennoch halte ich mein Traumziel, den Marathon unter 6 Stunden zu fahren (was jedes Jahr so rund ein Dutzend Fahrer schaffen) für nicht völlig unrealistisch.

Martin Waldenberger, der auch in der Pfalz lebt, holt mich ab. Uns beiden stecken die letzten Arbeitstage in den Knochen. Wir versuchen das nun aber abzuschütteln. Mit nur zwei sehr kurzen Pausen kommen wir am Nachmittag in L`Alpe d`Huez an. Hier habe ich nun die größte Hürde zu überspringen: meine Rennlizenz habe ich vor der Abreise nicht gefunden, vermutlich habe ich sie in Norwegen verloren. Ohne Lizenz bzw. ohne Attest von einem Arzt darf ich hier aber nicht starten. Martin hat mitgedacht und hat einen Ausdruck von meiner Anmeldung (auf der auch meine Lizenznummer steht) mitgenommen. Mit dieser Nummer kann der Veranstalter, der offenbar Zugriff auf die Daten auch des deutschen Radsportverbands hat) nachprüfen, dass die von mir angegebene Nummer stimmt. So erhalte ich Startrecht…

Weiter nach Vaujany, wo wir eine Unterkunft gebucht haben. Vaujany lernen wir nun als ein verschlafenes und zugleich auch als ein leicht hässliches Wintersportdorf mit kleinen Bettenburgen für (Ski-)TouristInnen kennen. Wir sind in einer sehr anonymen Massenunterkunft mit vielen Appartments unter gebracht. Auch wenn uns das nicht gefällt, sind wir froh, dass wir für die kommende Nacht noch ein Bett in der Region gefunden haben. Am Abend noch eine kleine Ausfahrt auf dem Rad, die erste Hälfte zum Glandon und dann noch nach Vaujany hinauf. Spätes Abendessen, Rad präperieren und dann schnell (nach 22:30 Uhr) ins (zu kurze) Bett.