BZF Hemeln

Liebe RadsportkollegInnen,

hatte für gestern lange ein Rennen in der Westschweiz angedacht. Der hohe ökologische als auch organisatorische Aufwand, verbunden mit einer zunehmend schlechteren Wetterprognose, hat mich kurzfristig umschwenken lassen. So fuhr ich Freitagabend spontan den Zuflucht-Stoppomat (trotz Stempelproblemen) in 25:16 min. Kurzfristig suchte ich im Internet (www.rad-net.de + www.jedermanntermine.de) auch noch ein Bergrennen für dieses Wochenende. Wegen schlechter Wetterprognose fuhr ich trotz sympathischen Kontakt zum Veranstalter nicht zum nächst gelegenen kleinen Rennen 20km östlich von Heilbronn (wo ich nun aber für kommendes Jahr bereits zugesagt habe), sondern entschied mich für ein Rennen im südlichen Niedersachen. Allerdings empfand ich den Aufwand, dorthin zu fahren, auch gernzwertig und entschied mich, keinen Wecker zu stellen. Wurde aber tatsächlich um 4:01 Uhr wach, so dass ich um 4:22 Uhr nach kurzer Fahrt im recht starken Regen den Zug nehmen konnte. Mit „Hessenticket“ bin ich um 10:21 in Hann. Münden. Von dort habe ich nur noch 12,5 km bis zum Start nach Hemeln (im „Weserbergland“). Die Straßen sind noch nass, aber es regnet nicht mehr – und ab und an kommt sogar schon die Sonne raus.

Das BZF in Hemeln findet im Rahmen eines Zeitfahrcups mit drei verschiedenen Zeitfahren in Südniedersachsen vom Frühjahr bis zum Herbst statt. Die heutige Strecke ist 5,4km lang und weist 270 gleichmäßig verteilte Höhenmeter auf. Ich fahre die Strecke ab, merke mir unterwegs zwei Orte für „Zwischenzeiten“. Fahre 13:39 min., die 12 min. könnten heute meine Schallmauer werden.

Die Ersten kommen bereits ins Ziel. Bekomme bei einem Gesprächsfetzen mit, dass jemand bereits „unter 12:10 min.“ gefahren ist. Fahre wieder zum Start. Es ist immer noch sehr kühl, 15 Grad. Fahre noch einmal kurz schnell, schon muss ich zum Start. Um 12:42:30 Uhr (Einzelstart alle 30 sec.) werde ich auf die kurze Reise geschickt. Die ersten paar hundert Meter im Dorf sind noch flacher, fahre mit 34-14 schnell an. Dann wird es „steiler“, eben sehr konstant immer um die 5%. Hier fahre ich noch 34-17. Überhole schnell zwei vor mir Gestartete. Komme an meine erste Zwischenzeit: uiuiui, 3:49 min. Das ist deutlich schneller als ich vor hatte! Einerseits freut mich das, andereseits merke ich auch, dass ich eventuell leicht überzogen habe. Muss bald auf 34-19 runter schalten, wechsele nun häufiger zwischen dem 17er und 19er (bräuchte einen 18er!). Bin nun im Wald. Kurvig geht es bergauf. Immer wieder überhole ich. An meiner zweiten Zwischenzeit (8:05 min.) sehe ich, dass ich langsamer geworden bin. Es ist anstregend, aber ganz „am Ende“ bin ich auch noch nicht. In einer Kurve stehen ein paar Fans und feuern alle Vorbeikommenden an. Versuche mein Tempo hoch zu halten, komme bald auf den letzten km. Versuche durch zu ziehen, mit 11:53 min. habe ich mein Ziel erreicht und bin zufrieden.

Treffe Frieder Uflacker, der den Zeitfahrcup organisiert. Er ist selbst ein engagierter Radfahrer und betreut in vielfältiger Weise Menschen, die Ausdauersport betreiben. Heute war er mit Ski-Rollern unterwegs.

Fahre noch dreimal die Strecke (jeweils in 14er-Zeiten), dazwischen ist die Siegerehrung. Ich habe vor zwei regionalen Größen (Thomas Göllner 12:02, Heiner Klemme 12:04) gewonnen. Frieder, der mich sympathisch präsentiert, meint sogar, dass ich den anscheinend bei 11:54 min. stehenden Streckenrekord verbessert habe.

Wie immer ergeben sich ein paar nette Gespräche, u.a. mit einem Triathleten aus der Nähe von Bielefeld, der sich vor sechs Wochen beim Laufen (!) ganz unglücklich die Hand bei einem Sturz brach und so anstatt den Triathlon-Europameisterschaften in Kärnten hier beim Bergzeitfahren gestartet ist.

Komme gut mit dem Zug wieder heim. Zwischen Kassel und Frankfurt ist der Zug sehr voll, was u.a. am großen „Manga-Treffen“ an diesem Wochenende in Kassel mit 21.000 Leuten (die sich nach ihrer Lieblings-Comicfigur verkleiden) liegt. In Frankfurt nehme ich das bayrische Wahlergebnis achselzuckend zur Kenntnis.

Mehr Infos zum gestrigen Rennen unter www.personal-sports.info (Zeitfahrcup, Bergzeitfahren).

Kommenden Samstag starte ich eventuell noch einmal bei einem Bergrennen in den Alpen: Bozen – Jenesien (10km mit 900 Hm).

Herzliche Grüße,

Christoph