Ruhetag

Ab und an Regen – optimal am Ruhetag.

Nach dem Auffüllen unserer Lebensmittelvorräte fahren wir am frühen Nachmittag etwas Rad. Dabei schauen wir uns den letzten (sehr kurzen) Zeitfahrberg (am Samstag) an: von Laimburg hinauf auf den Kreither Sattel, auf 1,4km 165 Hm. Anschließend fahre ich noch allein via Kalterer See und einen Abschnitt auf der Südtiroler Weinstraße die erste Hälfte des Mendelpasses. Plötzlich fährt ein Auto hinter mir, ganz langsam. Ich winke es vorbei, aber es überholt mich nicht. Ich versuche mich nicht irritieren zu lassen, das Auto bleibt aber an meinen Fersen. Irgendwann fährt es zu mir vor. Recht junge Leute erkenne ich, sie zücken ihre Smartphones und filmen mich. In englischer Sprache berichten sie mir, dass sie von mir heute in der Zeitung gelesen hätten. Sie wissen auch tatsächlich alles von mir im Internet Lesbare. Sie stellen mir viele Fragen. Sie seien total begeistert von mir (eher wohl von dem was sie gelesen haben; denn sie kennen mich ja gar nicht). Irgendwie ein komisches Gefühl: durchaus streichelt diese Bewunderung auch meine Seele. Aber eigentlich will ich die Aufmerksamkeit ja nicht auf mich, sondern auf die gutes Sache, unser Anliegen eines guten Lebens für alle, lenken.

Gerne wäre ich den Mendelpass noch bis oben gefahren. Aber aus der Erfahrung von 2011, als ich am Ruhetag über 120km mit über 2500 Hm gefahren und dann am nächsten Tag müde war, bremse ich mich selbst stark – und fahre nur rund 50km mit gut 1000 Hm. So bin ich auch vor dem Regen wieder zurück.

Nachmittags und abends haben wir ein paar nette und auch persönliche Gespräche in unserer „WG auf Zeit“ – und unterhalten uns über unsere Welt, was sie zusammen hält und auch über das, was sie auseinander zu brechen scheint.