Transcontinental: Vorbereitungstour II (Pfalz-Schloss Lichtenstein – Fernpaß – Reschen – Monte Grappa – Villach)

Liebe Bekannte und (Radsport-)FreundInnen,

hatte zuletzt meinen Reisepass nicht gefunden. Musste daher umplanen. Denn durch Osteuropa ohne Reisepass, das wollte ich aktuell auf keinen Fall – zumal ich nicht einmal einen Personalausweis habe. Dann hatte ich kurz vor der geplanten Abfahrt noch Probleme mit meiner Navigation (mit einem Smartphone). Der im Nabendynamo erzeugte Strom konnte beim Fahren nicht auf das Smartphone übertragen werden, so dass ich jeden Tag nur ein paar Stunden die Navigation nutzen könnte. Wollte das vor der Abfahrt noch in Ordnung bringen lassen. Musste die Abfahrt daher nun noch weiter verschieben. So kam der neue Plan zustande: vom 12.-15.6. von zuhause (Neustadt/Pfalz) über die Kontrollpunkte 1 (Schloss Lichtenstein) und 2 (Monte Grappa) bis in den Südosten Österreichs.

Meine Form hat sich gut entwickelt. Standardmäßig fuhr ich in den letzten Wochen 6x/Tag die Kalmit hinauf, was je über 75km und über 2300 Hm macht. Einmal die Woche fuhr ich länger (jeweils zwischen 150 und 220km), meist ins Elsass. Einmal die Woche trainingsfrei. Nun musste mal wieder eine lange Tour her.

12.6.

Rad zu meinem Radhändler, „Radhaus Stiller“ in Speyer. Das Smartphone bekommt auf dem Oberrohr noch eine eigene Tasche. Den Aufleger hatte ich schon länger wieder abmontieren lassen. Der Nutzen erschien mir zu gering, für die Lenkertasche und das Licht bleibt so nun auch mehr Platz. Zwei weitere kleine Taschen. Viel Gepäck geht da nicht rein. Brauche diesmal deshalb noch einen kleinen Rucksack. Mein Rad ist durch all die Zusätze spürbar schwerer als zuvor. Aber es ist ja nun auch eher ein Reiserad.

Spätes Mittagessen mit Familie. Kurz vor 15 Uhr fahre ich dann los. Mit Rückenwind Richtung Südosten. Bis Geinsheim (zum ersten Mal in meinem Leben mit dem Rad!) über die B 39. Vom Verkehr her gar nicht so schlimm. Durch kleine Dörfer. Deren Fachwerkhäuser fallen mir heute auf. In Germersheim suche ich ein wenig die Rheinbrücke. Über Radwege am Rhein sowie verschiedene Landstraßen entlang Richtung Karlsruhe. Im Nordosten der Stadt schalte ich meine Navigation ein. Lotst mich zunächst gut durch die Stadt, führt mich dann aber immer wieder auf die B 10, auf der Radfahrer nicht unterwegs sein dürfen. Daher erstmal Stopp in einer Bäckerei. Dabei kommt mir die Idee, die Navigation so ein zu stellen, dass nur für Radfahrende erlaubte Straßen angegeben werden. Komme so auf den Radweg samt kleinen Nebenstraßen nach Pforzheim. Schön zu fahren, aber sicher nicht die schnellste Verbindung. Erste Hügel. Teilweise recht unbefahrene Straßen via Weil der Stadt, an Böblingen und Sindelfingen vorbei. Ein paar agressive Autofahrer. In Reutlingen wird es langsam dunkel. Kurze Pause. Nun mit Licht. Die Navigation führt mich eine kleine Straße Richtung „Sonnebühl“ hinauf. Wunderbar, die ruhige Abendstimmung. Um 22:30 Uhr oben am Schloss Lichtenstein. An der Burgschenke ist Nichts mehr los. Drehe um. Noch 10km zu meiner Unterkunft, um 22:51 Uhr habe ich diese erreicht. Wie gestern telefonisch abgesprochen, wurde mir der Schlüssel für mein Zimmer draußen aufgehängt. Passt alles sehr gut. Schreibe die erste Whats app meines Lebens, hatte mir unser Sohn Simon noch auf das Smartphone (ein „Fairphone“) drauf gespielt, damit ich  meine Familie immer kontaktieren kann. Dusche, kleines Abendessen, kurz nach Mitternacht ins Bett.

Mit den kleinen Umwegen wohl um die 200km mit ca. 1700 Hm.

13.6.

Um 4:45 Uhr von zwitschernden Vögel wach geworden. Fühle mich gut, stehe auf. Gibt eine Gemeinschaftsküche. Habe genug zum essen dabei und mache mir mein Frühstück. Von der Herberge ist noch niemand da, als ich kurz nach 6 Uhr starte. Wie verabredet, lege ich 25 € auf den Tisch in meinem Zimmer. Tolles Vertrauen von dem Zuständigen.

Noch kalt, frierende Finger. Über kleine Straßen hin zur B 312. Dramatische Morgenstimmung: Nebel wabert in den Senken, die rot schimmernde Sonne durchbricht diesen immer mehr. Viel Verkehr, v.a. LKW`s – hätte ich um diese Uhrzeit noch nicht erwartet. Beeindruckende Kirche in Zwiefalten. Bald nach Riedlingen durchfahre ich das nach eigenen Angaben größte noch intakte Hochmoor Mitteleuropas. Nach Bud Buchau bekomme ich Appetit. Will in einem Hotel frühstücken – geht nur für Hotelgäste. Also esse ich vor dem Hotel meine letzten Reste.

Meine Navigation macht mir Sorgen. Weniger, dass sie mich oft auf die Umgehungstraßen schickt (habe ich vielleicht mit „Auto ohne Autobahn“) falsch eingestellt, sondern dass ihr Akkuladestand beständig und auch relativ schnell sinkt – trotz Nabendynamos. Entweder frisst die Navigation mehr Energie als der Nabendynamo produziert oder die Übertragung klappt immer noch nicht – vermute Letzteres. Manchmal „hängt“ das Smartphone auch, dann kann ich keine Funktion mehr bedienen. In Leutkirch in eine Bäckerei. beim Smartphone ist der Saft leer. Klassischer Allgäugeruch. Viele Wiesen, kaum Schatten. Teilweise schöne kleine (und hügelige) Straßen, teilweise Hauptverkehrsrouten: über Kempten und Nesselwang nach Tirol. Grenze kaum erkennbar. Auf die Fernpaßstraße. Ist eine Autostraße, Mist! Was tun? Schaue auf meine kleine Landkarte. Entschließe mich, das Hahntennjoch weiter im Westen zu fahren. In Weißenbach sehe ich ein Hinweisschild, dass gerade in dieser Woche das Hahntennjoch gesperrt ist, weil Ausbesserungsarbeiten durchgeführt werden. Und jetzt? Gerade vor wenigen Minuten kam mir der Gedanke, dass vielleicht nicht der gesamte Fernpaß für Räder gesperrt ist, sondern VIELLEICHT nur die Abschnitte, bei denen es parallel verlaufende weitere Straßen gibt. Und da ich in erster Linie zum Test für das TCR unterwegs bin, beschließe ich, nun genau das zu überprüfen. Retour nach Reutte, rauf auf die Fernpassstraße – und siehe da: ich darf sie fahren! Auf drei weiteren Abschnitten wird mir das untersagt, da muss ich die Dorfdurchfahrten nehmen. Durch Lermoos und Biberwier sind das sicher auch einige zusätzliche Höhenmeter. Dafür dann deutlich ruhiger. Auf dem Fernpaß ist das Verkehrsaufkommen schon enorm. Es ist warm, fast heiß. Kurz hinter dem Fernpass dann eine Kuchenpause. Kurz vor Imst entschließe ich mich spontan, nicht durch das Ötztal zu fahren. Weiß, dass abends irgendwann ein Eisentor am Pass zugemacht wird und ich dann nicht mehr nach Südtirol abfahren könnte. Wenn dies um 20 Uhr wäre, würde es etwas knapp werden. Zudem kenne ich das Ötztal ja sehr gut. Will deshalb nun über den Reschen. Da bin ich sicher, dass ich heute noch nach Südtirol gelange. Kurze Pause in Landeck. Danach müde. Vor allem die Beine. Kam nun plötzlich. Bin gerade froh, dass ich heute nicht mehr zum Timmelsjoch hoch muss. Anstieg zunächst wellig, dann flacher. Zunehmend mehr Autostraßenabschnitte. Über zum Teil nervige Radwegeabschnitte. Weitere Pause in Pfunds. Komme nicht mehr so voll in die Gänge. Fahre nur noch kleine Übersetzungen. Das alles ist wohl nur ein erster Vorgeschmack auf das TCR. Komme aber doch ganz gut zum Reschen. Kaufe noch einmal Lebensmittel ein. Genieße die schöne Landschaft mit den hohen, mir fast schon vertrauten, Bergen auf beiden Talseiten. Erinnere mich an einige schöne Familienurlaubserlebnisse in der ganzen Region. Bergab läuft es ziemlich gut. Käme nun auch locker noch nach Meran. Als es dämmert, stoppe ich aber in Laas. Finde schnell noch ein einfaches Hotelzimmer. Bin erleichtert, dass die Wirtin kein Problem hat, dass ich weder gültigen Reisepass noch einen Personalausweis dabei habe (Führerschein reicht ihr).

Bin gar nicht müde. Wundert mich nach gut 350km mit über 3000 Hm.

14.6.

Schlafe aber bis 5 Uhr tief. Kann den wecker im Smartphone nicht abstellen, klingelt 10 min…. Beine sind nun doch ein bisschen müde.

Um 6:13 Uhr starte ich Richtung Meran. Überrascht, wie viel Verkehr auf der Landstraße schon ist. Weiche später auf den Radweg aus, der ist hier auch recht gut. In Meran verfahre ich mich, komme sogar auf die Autobahn. Suche lange nach der besten Landstraße. Hinter Lana stoße ich auf den Radweg nach Bozen. Der ist super: ganz flach an der Etsch, breit und sauber, ruhig, kein Autoverkehr – das ist genau das, was in Deutschland als „Radschnellweg“ überlegt und z.T. auch schon gebaut wird. Will nicht durch Bozen, daher verlasse ich bei Sigmundkron (der Ort, an dem das für mich tolle Messner Mountain Museum steht) den Etschradweg und fahre Richtung Eppan. Schwitze im Anstieg schon wieder recht stark. Hier bestelle ich meinen ersten Cappuchino dieser Tage. Fülle – wie in allen Pausen – meine Radflachen auf. Weiter über die Südtiroler Weinstraße bis kurz vor Mezzacorona. Erinnere mich an viele tolle Anstiege, die hier nun links und rechts abgehen. Ich bin nun aber ganz auf Distanz eingestellt und trauere (ausnahmsweise!) keinem Berg nach, den ich heute nicht fahren kann. Wieder auf den Etsch-Radweg. Erst gut, dann aber mit großen Schleifen. Gehe daher auf die Landstraße – mit viel Verkehr. In einen Bioladen. Essen. Trinken. Im Schatten kurz ruhen. Weiter. Die Sonne verschwindet. Erste Regentropfen. Auffahrt ins Val Sugana. Lande wieder auf der Autobahn, 6km lang keine Abfahrt. Nervig. Auf breitem Seitenstreifen aber o.k. Radler helfen mir auf den richtigen Weg nach Pergine. Verpasse die kleine Straße nach Levico. Komme daher weiter südlich um den Lago de Caldenazzo. Verirre mich in landwirtschaftlichen Feldwegen. Endlich dann doch bei Levico wieder auf dem richtigen Weg. Nun meist auf dem Radweg. Irgendwann habe ich davon die Nase voll, gehe auf die Landstraße. Die ist aber sehr wellig. Vermutlich ist der beste Weg beim TCR über Fernpaß, Brenner, Pustertal, Dolomiten nach Feltre, oder?

In Borgo beginnt es zu regnen. Der Regen wird stärker. Drehe um. Gehe in eine Eisdiele. Mein erstes Eis seit ein, zwei (?) Jahren. Unsympathische bayrische Familie. Der Familienvater spricht in tiefstem bayrisch und geht fest davon aus, dass der Italiener ihn verstehen muss. Ich schäme mich ein bisschen. Der Regen hört auf, dann aber Gewittergrollen. Starkregen. Was hätte ich beim TCR gemacht? Bin froh, dass ich nun im Trockenen sitze. Lese Zeitung. Warte ab. Esse einen Käsetoast. Regen hört auf. Straße trocknet überraschend schnell ab. Etwas kühler, sehr angenehm. Auf Radweg. Länger gut. Plötzlich (Wechsel von Trentino nach Veneto) schlecht. Dann verlasse ich das Tal Richtung Feltre. Vor dem Monte Grappa noch eine kurze Pause. Über den Bergen hängen tiefe Wolken, hoffentlich gibt es nicht noch ein Gewitter. Langsam Abendstimmung. Der Pass ist über 28km lang. Ich weiß, dass er teilweise sehr steil ist, dann wieder ganz flach bzw. sogar bergab führt. Erst einmal geht es aber sehr deutlich bergauf. Schalte auf eine niedrige Übersetzung (oft 30-23). Geht gut, besser als gestern am Reschen. Kein Verkehr. Wunderbar! Macht mir richtig Freude – ein gutes Zeichen. Ich komme höher und höher, das Tal kann ich manchmal noch weit unten erkennen. Auf der Straße viele (noch frische) Aufschriften, vermutlich ging der Giro vor wenigen Wochen hier über den Berg?! Weiterhin (fast) keine Menschen. Was würde ich nun bei einem starken Gewitter machen? Oben am Monte Grappa Gedenkstätten an den ersten Weltkrieg. Passhöhe nach 2:03 h erreicht. Knapp 46 h, nachdem ich am Schloss Lichtenstein war. Das geht beim TCR noch einige Stunden schneller, vermute ich.

Herrliche Abfahrt nach Semozo. Unten gleich ein Hotel entdeckt. Netter Besitzer. In wenigen min. habe ich ein Zimmer. Pizzeria ist auch dabei. Bestelle eine. Schmeckt gut. Am Nachbartisch eine pfälzische Großfamilie. Habe zum ersten Mal auf der Reise Wlan, lese (zu lange) meine mails.

Im Zimmer heiß (28 Grad?).

15.6.

Schlafe schlecht wie selten. Das Surren von herannahenden Schnaken und Hahnegeschrei (um 1:45 Uhr) tun ihr Übriges. Stehe auf. Frühstücke. Suche im Internet nach möglichen Übernachtungen am Abend. Lade mein Smartphone auf, dauert sehr lange.

Starte um 4:24 Uhr. Dunkel. Alles noch ruhig. Morgengrauen. Startendes Leben um mich herum. Von Vogelgezwitscher über weitere Hahnenschreine bis hin zum wieder stark anschwellenden Verkehrsaufkommen. Schließe das Smartphone heute mal nicht an das Kabel an. Schlechter als die letzten Tage kann es ja nicht gehen. Kann die Navigation aber gut gebrauchen, denn für die Region hier habe ich keinerlei Kartenmaterial dabei. Als Orientierung hilft mir, dass zu meiner linken Seite immer die südlichsten Alpenausläufer zu sehen sind. Außerdem scheint die Sonne und ich kann mich daran recht gut orientieren. Die Navigation schalte ich so oft wie möglich auf die „Sparversion“ zurück, nur vor großen Kreuzungen lasse ich mir den Weg anzeigen.

Toller Sonnenaufgang. Erinnert mich an die Tropen: schon warm, viel Dunst, langsam durch den Dunst hindurch scheinende Sonne, Palmen und saftiges Grün. Frühstück an einer typischen (seit 5 Uhr offenen) Bar an einer Raststätte: genieße den Cappuchino und drei süße Teilchen dazu. Danach weiter. Mein Smartphone, das eben noch viel „Saft“ hatte, gibt wieder unvermittelt auf, „hängt“, ist nicht zu nutzen. Verfahre mich bald darauf, hatte falsch spekuliert. Komme über kleinste Straßen. Immerhin mal ganz wenig Verkehr. Finde wieder auf die große Straße zurück, Richtung Udine. Irgendwann falsche Ausschilderung: „Spilimbergo“ wäre genau meine Richtung. Führt aber – mal wieder – nur auf die Autobahn. Muss wieder rumdrehen. Bisschen entnervt. Bin froh, dass nur Test für TCR, kann durch jeden Fehler noch viel lernen. Schon wieder schwül-heiß. Pause im Bioladen. An der Kasse viele reife Bananen. Offenbar habe ich auffällig die Bananen angeschaut. Die Kassiererin spricht mich darauf an, ich solle doch einen Henkel mitnehmen, sie kosten Nichts mehr. Von meinen Überlegungen, dass diese vielen Bananen (immerhin fair gehandelt) alle aus Übersee zu uns transportiert wurden und ob ich deshalb mit der Abnahme von einem riesigen Henkel dieses System unterstützen kann/will, hat sie nichts mit bekommen. Sie gibt mir einen Henkel von acht wunderbar reifen Bananen. Ich widerspreche nicht (sondern bedanke mich) und freue mich schon auf den guten Geschmack. Ein kleines Festmahl schließt sich an. Bin froh, als ich endlich die Hauptstraße verlassen kann. Ruhe. Spilimbergo. Ab hier kann ich mich auch wieder auf meiner Landkarte orientieren. Über den Tagliamento. Auf der Landkarte sieht der nach einem großen Fluss aus. Als ich über die lange Brücke fahre, sehe ich eine riesige weiße Steinwüste und gar kein Wasser mehr. Heiß. Aber den ganzen Tag noch kaum Brunnen. Gehe nun in Bars, um mir Wasser zu holen. Es geht ganz leicht bergauf. Plötzlich – am frühen Nachmittag – werde ich auf dem Rad sehr müde. Irgendwann wird es mir zu arg, in Pontebba trinke ich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit einen zweiten Cappuchino am Tag. Kühl in der Bar. Dann wieder raus. Merke schon seit einigen km mein rechtes Knie. Beim losfahren tut es nun schon mehr weh. Aber noch nicht arg. Komme nach Travisio. Noch 7km zur österreichischen Grenze. Befürchte, dass an der Grenze kontrolliert wird. Weiche daher nun auf den Radweg aus. Der geht hoch und runter, mit vielen Extraschleifen und scheint gar kein Ende mehr zu nehmen. Dann endlich die Grenze. Keine Kontrollen. Schengen lebt noch – freut mich! Hinab nach Arnoldstein. Während in Italien heute gar kein Feiertag (Fronleichnam) war, sind sogar hier in Kärnten die großen Geschäfte auf. Die Schmerzen an meinen Knien nehmen ganz leicht zu. Noch gut 100km bis Soboth zu fahren, erscheint mir in meinem Zustand nicht sinnvoll – zumal morgen früh mein Zug von Villach fährt – und ich die ganze Strecke wieder zurück fahren müsste. Bin mit meinem TCR-Test zufrieden und beschließe, nun nur noch nach Villach zu fahren. Finde auch ziemlich schnell eine Unterkunft. Ganz gemütlicher Abend auf dem Zimmer. Früh schlafen (ab 21 Uhr).

16.6.

In der Nacht spüre ich meine Knie noch etwas.

Darf um 6:30 Uhr frühstücken. Spontan entscheide ich mich, doch noch die Villacher Alpenstraße (hinauf zum Dobratsch) zu fahren. Mit den Knie geht es schon wieder besser. Werde immer schneller. Auf einmal sehe ich die Möglichkeit, dass ich noch den ganzen Berg (16,5km mit ca. 1150 Hm) erradeln kann. Fahre fast wie in einem Rennen. Und habe schon wieder Spaß daran!

Duschen. Ab zum Bahnhof. Mit dem Zug nach Hause. Abendessen mit Familie. Hier bin ich zuhause.

Fazit: die Tour war ein weiterer wichtiger Schritt in der Vorbereitung auf das TCR. Körperlich brauche ich solch lange Touren. Ich fühle mich fit. Gleichzeitig wird mir deutlich, dass beim TCR auch viel dazwischen kommen kann (z.B. Knie). Wichtig scheint mir eine regelmäßige (natürlich kurze, aber tiefe) Nachruhe, zur Regeneration. Möglichst in höheren Lagen (weil kühler). Mit dem Smartphone muss ich weiter arbeiten, da braucht es noch viele Verbesserungen, v.a. muss es durch den Nabendynamo genug Stromzufuhr erhalten können. Vom Gepäck her bin ich schon gut (minimalistisch). Ich will versuchen, alles in meinen drei kleinen Taschen unter zu bringen. Da muss ich noch optimieren. Ebenso bei der Route. Teilweise muss ich da auch flexibel sein, je nach den Bedingungen und meinem Empfinden am Tag dann selbst.

Wichtig wird noch der letzte große Test, vom 28.6. an für 7 komplette Tage am Stück, über rund 2200km von Ungarn über die Hohe Tatra (Slowakei), Rumänien (mit Transfagarasan-Straße), Bulgarien, Mazedonien zu den Meteora-Klöstern in Griechenland. Dann hätte ich rund 90 % der Strecke abgefahren (nur der Abschnitt von Villach über die Steiermark und Ungarn bis Komaron wird fehlen; zusätzlich kenne ich den Abschnitt über die Dolomiten auch z.T. nicht, diesmal bin ich ja über Reschen, Etschtal und Val Sugana gefahren). Wird spannend.

Am Dienstag habe ich ein Interview mit Oliver Wehner (Rheinpfalz) zum TCR.

Die neuen Trikots und Radhosen von Renovabis („Mit Menschen in Osteuropa“) bekomme ich nun diese Woche. Wer Interesse an einer solchen Trägerhose (Größe L) und/oder einem Radtrikot (größe M) hat, kann sich bei mir melden.

Hoffentlich kommt auch mein neuer Reisepass bis spätestens am 27.6.

Herzliche Grüße,

Christoph